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Kaskadierung von LED-Leuchten — was Sie über die Parallelverkabelung wissen müssen

Kaskadierung von LED-Leuchten — was Sie über die Parallelverkabelung wissen müssen

LED-Leuchten in Reihe verkabeln spart Aufwand — ist aber technisch eine Parallelschaltung. Vor- und Nachteile, Planungsregeln und wo die Methode an Grenzen stößt.

Was bedeutet Kaskadierung?

Kaskadierung beschreibt die Praxis, mehrere LED-Industrieleuchten optisch wie eine Kette hintereinander zu verkabeln — die zweite Leuchte hängt am Ausgang der ersten, die dritte am Ausgang der zweiten, usw. Spart Stromkreise, reduziert Verkabelungsaufwand und ist im Maschinenbau Standard.

Klingt nach Reihenschaltung — ist aber keine. Elektrisch sind alle Leuchten parallel an derselben Versorgungsspannung. Diese Unterscheidung ist die Quelle der meisten Planungsfehler.

Parallel statt Reihe — der zentrale Punkt

Bei einer echten Reihenschaltung würde die Spannung pro Leuchte aufgeteilt — 24 V ÷ 4 Leuchten = 6 V pro Leuchte, was sofort den Treiber überlasten würde. Bei der Kaskadierung dagegen bekommt jede Leuchte die volle Versorgungsspannung, die Ströme addieren sich auf der Zuleitung.

Praktisch heißt das: Bei vier 24-V-Leuchten mit je 1 A Strom muss der Netzteil-Ausgang 4 A liefern können, und die Zuleitung muss diesen Summenstrom tragen. Ein einzelnes M12-Kabel (typisch 4 A Belastungsgrenze) ist hier am Limit.

Vorteile und Grenzen der Kaskadierung

Vorteile:

  • Eine Versorgungsleitung statt N Stromkreise — weniger Klemmen im Schaltschrank
  • Standard-M12-Verkabelung — kein Sondermaß, keine Klemmstellen im Feld
  • Schaltbar als Gruppe — eine Signalleitung steuert alle Leuchten
  • Schnelle Erweiterung — Leuchte ergänzen ohne neuen Stromkreis zu legen

Grenzen und Risiken:

  • Spannungsabfall auf langer Zuleitung — bei 24 V wird Spannungsverlust kritisch, ab 5 % unter Nennspannung kann der Treiber abregeln
  • Strombelastbarkeit der Stecker — M12 ist nicht für 8 A oder mehr gemacht; bei vielen Leuchten Tee-Box oder Sondertopologie nötig
  • Einschaltstrom — alle Treiber laden gleichzeitig, Anlaufspitze ist N-mal höher als die einer einzelnen Leuchte; Netzteil muss das vertragen
  • Ausfall einer Leuchte bricht die Kette nicht (parallel!) — gut für Ausfallsicherheit, aber Fehlerdiagnose wird schwieriger

Planungsregeln in der Praxis

  1. Maximal-Stromsumme der Kette: Summe aller Leuchten-Ströme + 20 % Reserve, muss unter Stecker-/Kabel-Grenzwert bleiben.
  2. Spannungsabfall berechnen: U_Drop = I_Summe × R_Kabel × Länge × 2. Bei 24 V Anwendungen sollte U_Drop unter 1 V bleiben.
  3. Einschaltstrom des Treibers beim Hersteller erfragen, mit Leuchtenzahl multiplizieren, Netzteil entsprechend dimensionieren.
  4. Einzel-Sicherung pro Ast bei mehr als 6 Leuchten — verhindert dass ein Treiber-Kurzschluss das gesamte System lahmlegt.
  5. Diagnose über IO-Link-fähige Leuchten — pro Leuchte einzelne Statusrückmeldung an die SPS, sonst wird Fehlersuche zur Stocherei.

Hinweis: Stand der Norm-Angaben: 18.06.2026. Normen und Vorschriften werden regelmäßig aktualisiert — bitte aktuelle Fassung prüfen.

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